CERN und das schwarze Loch

Freitag, Mai 1st, 2015

ps3.cern.barrel.toroid.magnetDas LHC wurde an Ostern 2015 wieder gestartet nach einer langen Pause und diversen Umbauten. Und ja, liebe Verschwörungsterorristen: Es wird auch dieses Mal kein schwarzes Loch entstehen welches die Erde und mehr verschlingen könnte. Hättet ihr in Physik aufgepasst würdet das wissen. Aber eben: Wissen ist für euch Spinner leider ein Fremdwort. Zudem ist es ausgeschlossen, dass im LHC ein schwarzes Loch überhaupt entstehen kann. Theoretisch ist es aber möglich. Denkbar ist im Prinzip, dass zwei im Beschleuniger aufeinander geschossene Teilchen, aufgrund der hohen Energie, ihre gegenseitige Abstossung überwinden und sich so nahe kommen, dass schliesslich ihre gravitative Anziehung überwiegt und ein mikroskopisches schwarzes Loch entsteht. Die physikalische Standardtheorie sagt jedoch voraus, dass dies erst ab einer Mindestenergie, der sog. Planck-Energie möglich ist. In der konventionellen Theorie liegt diese Mindestenergie bei 1016 TeV. Also rund 1 Billiarde mal höher als der Energiebereich in den der LHC vorstossen kann.

Doch ein weiteres Argument gegen die Gefahr von MBHs (Micro Black Holes) geht aus der Formel für den Schwarzschild-Radius eines Schwarzen Lochs hervor. Dieser Radius gibt die minimale Grösse an, auf die eine Masse komprimiert werden muss, um anschliessend zu einem Schwarzen Loch kollabieren zu können. Für ein bereits existierendes Schwarzes Loch beschreibt der Schwarzschild-Radius gleichzeitig den Ereignis-Horizont. Dies stellt die Grenze dar, bei deren Überschreitung kein Körper und kein Lichtstrahl einem Schwarzen Loch mehr entrinnen kann. Überschreitet etwas diese diffuse Grenze ist es um es geschehen.

Der Schwarzschild-Radius für ein Schwarzes Loch von der Masse der Erde liegt bei ca. 9 Millimetern. Erst wenn die gesamte Masse der Erde künstlich auf diese Grösse zusammengestaucht würde, könnte sie zu einem Schwarzen Loch werden. Dieses würde dann nur solche Objekte stark anziehen, die ihr sehr nahe kommen. Für weiter entfernte Objekte würde sich praktisch kein Unterschied zum bisherigen Schwerefeld der Erde ergeben. Künstliche Satelliten ebenso wie der Mond würden weiterhin auf ihren bekannten Bahnen um den ursprünglichen Erdmittelpunkt kreisen.
Gemäss der Schwarzschild-Formel ist die Grösse des Schwarzschild-Radius proportional zur Masse des Schwarzen Lochs. Das bedeutet, je grösser die Masse des schwarzen Lochs, desto ausgedehnter ist der Ereignishorizont. Die genaue Rechnung ergibt für eine Masse, die der Teilchenenergie des LHC von 14 Tera-Elektronenvolt entspricht, einen Radius von 3,7 * 10hoch -50 Meter. Diese unmessbar kleine Grösse ist viele Millionen Mal kleiner als beispielsweise der Abstand zweier benachbarter Atomkerne in normaler Materie. Das so gebildete Schwarze Loch wäre damit nicht in der Lage, weitere Materie zu schlucken, weil es zu leicht wäre. Es hätte einfacher gesagt nichts in seiner Nähe zu essen und verhungert, bezw. verstrahlt innerhalb von 10hoch -85 Sekunden. Nichts könnte ihm auf natürlichem Wege nahe genug kommen, um in den Bereich seiner starken Anziehung zu gelangen.

So und jetzt liebe Anhänger von Verschwörungstheorien: Denkt nochmals über euren oralen Durchfall nach und überlasst die Wissenschaft denjenigen die etwas davon verstehen.

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